WLSB-Fachtag Integration

 

3. Juli 2021 | digital

 

 

 

WLSB-Fachtag Integration

 

Unsere Gesellschaft wird immer bunter und vielfältiger, jede*r Dritte in Baden-Württemberg hat eine Migrationsbiographie. Dies stellt ein enormes Entwicklungspotential für den organisierten Sport dar. Neben neuen Ideen und Impulsen für ein vielfältiges Vereinsleben, können neue Mitglieder und Ehrenamtliche gewonnen werden. Dabei gelingt Integration im Sport nicht per se, vielmehr sind zielgruppenspezifische Maßnahmen und Angebote notwendig.

Der WLSB veranstaltet daher am 3. Juli 2021 den landesweiten Fachtag Integration in digitalem Format. Eingeladen sind alle interessierten Personen aus Sportvereinen, -verbänden und -kreisen, aus Kommunen und weiteren Organisationen. Mit einem Impulsvortrag und einem Fachgespräch sowie mit zwei Workshoprunden möchten wir Sie für die Integration, Teilhabe und Vielfalt sensibilisieren, Anstöße geben, die eigenen Denk- und Verhaltensweisen zu reflektieren sowie Impulse für ein bunteres und vielfältigeres Vereinsleben setzen.

 
Teilnahmegebühr, Anmeldung und Lizenzverlängerung

Die Teilnahmegebühr für den Fachtag Integration beträgt 15 Euro. Ein Materialpaket mit hilfreichen Informationen und Impulsen ist inklusive.

Die Anmeldung für den digitalen Fachtag Integration erfolgt über das Online-Formular. Anmeldeschluss ist der 20. Juni 2021.

Für die Teilnahme an der Gesamt-Veranstaltung können 6 Lerneinheiten (LE) zur Lizenzverlängerung für ÜL C Breitensport, ÜL C Ganztagsschule, Vereinsmanagement C und Jugendleiter*innen-Lizenz angerechnet werden. Die Anerkennung anderer Lizenzprofile klären Sie bitte mit dem zuständigen Fachverband.

 
Weitere Hinweise

Wir versuchen, allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Sollten Sie Unterstützungsbedarf benötigen, geben Sie dies bitte bei der Anmeldung an. Falls Sie unsicher sind, ob eine Teilnahme für Sie möglich ist, sprechen Sie uns einfach an und wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

 

Gefördert durch

Der WLSB-Fachtag Integration wird gefördert durch das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Der Fachtag wird in Kooperation mit dem Landessportverband Baden-Württemberg e.V., dem Badischen Sportbund Nord e.V. und dem Badischen Sportbund Freiburg e.V. umgesetzt.

Programm

ab 8:30 Uhr:                  Einwählen und Technik-Check

Videobotschaften Spitzensportler*innen aus dem Ländle

Begrüßung durch Christine Vollmer, WLSB-Vizepräsidentin

Grußwort durch Annette Widmann-Mauz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Interview mit Elvira Menzer-Haasis, LSV-Präsidentin und Andreas Felchle, WLSB-Präsident

Prof. Dr. Tina Nobis, Juniorprofessorin für Sport, Integration und Migration an der Humboldt-Universität zu Berlin, zum Thema „Sport und Belonging: Wie Sportvereine zu Orten der Zugehörigkeit werden und wie das Recht auf Zugehörigkeit zum Sportverein verwehrt werden kann“

Das Belonging-Konzept nimmt Bezug auf die emotionale Verbundenheit mit sozialen Orten. Es geht dabei um ein Gefühl des zu-Hause-Seins. Einerseits meint Belonging somit „Angekommen-Sein“, andererseits setzt es ein „Angenommen-Werden“ voraus. In dem Vortrag wird das Belonging-Konzept auf den Sport übertragen. Bezugnehmend auf verschiedene empirische Studien über Sportvereine in (post)migrantischen Gesellschaften rücken hier konsequenterweise zwei Fragen in den Mittelpunkt: (1) Wie werden Sportvereine zu Orten, in denen sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu Hause fühlen? (2) Inwiefern wird in und über Sportvereine das Recht auf Zugehörigkeit – womöglich auch unbewusst und ungewollt – verwehrt?

Wählen Sie bei der Anmeldung, welchen Workshop Sie besuchen möchten:

WS 1: Fit für die Vielfalt

WS 2: Vereinsleben miteinander gestalten und Konflikten neu begegnen

WS 3: Abwertung erkennen und Haltung zeigen im Sport!

WS 4: Rassismus im Sport und Vereinskontext

WS 5: Interkulturelle Vereinsentwicklung – Kompetenzen im Umgang mit Unterschiedlichkeiten

WS 6: Muslim*innen im Sportverein – wie mit besonderen Situationen umgehen?

WS 7: Aufsteigender Antisemitismus im Sport – Was können wir dagegen tun? (Makkabi Deutschland)

WS 8: Integrative Projekte im Verein – Finanzierung, Versicherung und Vereinsrecht

WS 9: Frauen mit Migrationserfahrung im Ehrenamt

WS 10: Cricket – Eine Sportart mit großem Entwicklungspotenzial für jeden Verein

12:00 - 12:45 Uhr:         Mittagspause
12:45 - 13:15 Uhr:         Imagefilm und Fachgespräch
Wählen Sie bei der Anmeldung, welchen Workshop Sie besuchen möchten:

WS 1: Fit für die Vielfalt

WS 2: Vereinsleben miteinander gestalten und Konflikten neu begegnen

WS 3: Abwertung erkennen und Haltung zeigen im Sport!

WS 4: Rassismus im Sport und Vereinskontext

WS 5: Interkulturelle Vereinsentwicklung – Kompetenzen im Umgang mit Unterschiedlichkeiten

WS 6: Muslim*innen im Sportverein – wie mit besonderen Situationen umgehen?

WS 7: Aufsteigender Antisemitismus im Sport – Was können wir dagegen tun? (Makkabi Deutschland)

WS 8: Integrative Projekte im Verein – Finanzierung, Versicherung und Vereinsrecht

WS 9: Kommunikation und Interaktion in Sportangeboten für und mit Frauen mit Migrationserfahrung

WS 10: Cricket – Eine Sportart mit großem Entwicklungspotenzial für jeden Verein

ca. 14:30 Uhr:                Ende der Veranstaltung

Workshops

Wir alle haben unterschiedliche Merkmale, Fähigkeiten und Erfahrungen. Und darin steckt enormes Potenzial. Dieser Workshop soll einen ersten Einblick geben, welche Chancen Verschiedenheit und kulturelle Vielfalt mit sich bringt. Durch praktische Übungen wird Vielfalt diskutiert, konkret erfahren und das eigene Verhalten reflektiert.

Referent*innen: Patrick Orf und Luise Fleisch (Programm „Integration durch Sport“)

Respekt, Toleranz, Interaktion – Sportvereine bieten viele Gestaltungsräume. Häufig steht auch die Gestaltung des Miteinanders oder von Entscheidungsprozessen im Fokus. In diesem Workshop findet anhand praktischer Übungen, welche auf der Betzavta-Methode basieren, eine erste Auseinandersetzung mit folgenden Fragestellungen statt: Wie ist unser Vereinsleben gestaltet? Wie gestalten wir Miteinander? Wie gehen wir mit Konflikten um? Wie treffen wir Entscheidungen?

Referent*in: Matthias Kathan (Fachreferent Landeszentralel für politische Bildung, Projekt Läuft bei Dir!)

Ehrenamtlich Engagierte im Sport sind neben ihrer Tätigkeit z.B. als Übungsleiter*innen häufig Vorbilder für Jugendliche und Vermittler*innen von Werten. Gleichzeitig haben sie oft ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Jugendlichen. Ihr Umgang mit Diskriminierung und Abwertungen um und auf dem Sportplatz ist deshalb besonders wichtig. Dieser Workshop gibt einen ersten Einblick, wie wir Abwertungen erkennen, im richtigen Moment Haltung zeigen und Diskriminierung keinen Platz bieten.

Läuft bei Dir! Ist ein Projekt der Baden-Württemberg Stiftung das von der  Landeszentrale für politische Bildung durchgeführt wird.

Referen*in: Fachreferent*in (Landeszentrale für politische Bildung, Projekt Läuft bei Dir!)

Rassismus hat viele Gesichter. Im Sportalltag begegnet er uns offen aber manchmal auch versteckt. Doch was heißt eigentlich „Rassismus“ und in welcher Form kann er im Verein und auf dem Sportplatz auftreten? Der Kurzworkshop greift anhand von praxisnahen Fallbeispielen und Erfahrungsberichten das Thema auf und macht auf verschiedene Erscheinungsformen aufmerksam. Dies befähigt Teilnehmende dazu, Rassismus in seinen unterschiedlichen Facetten zu erkennen und bietet Impulsmöglichkeiten, wirksame Gegenmaßnahmen im Umgang mit Rassismus im Sportvereinsumfeld zu entwickeln.

Referent*innen: Johanna Kramer (WLSB, Programm „Zusammenhalt im Sport“) und Francis Pola (Coach für „Zusammenhalt im Sport“)

Was verstehen wir unter interkultureller Vereinsentwicklung? Im Workshop geben wir einen Einblick über Ansätze, wie ihr interkulturelle Öffnung im Sportverein oder -verband angehen könnt. Wir berichten aus der Praxis und überlegen gemeinsam, was unsere Erfahrungen für eure Vereins- oder Verbandsarbeit bedeutet und wie ihr eine Willkommenskultur in Eurem Verein herstellen könnt.

Referent*innen: LSB Thüringen und AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.

Bei der Arbeit mit heterogenen Gruppen im Sportverein können Situationen entstehen, in denen man sich unsicher fühlt, wie man sich verhalten soll. In diesem Workshop möchten wir die Vielfalt der Muslim*innen in Deutschland kennenlernen und einige Fallbeispiele aus dem Alltag im Sportverein rund um die Themen Islam und Muslim*innen näher betrachten. Wir möchten uns über die Fallbeispiele austauschen, mögliche Verhaltensweisen diskutieren, um einen sicheren Umgang mit besonderen Situationen zu ermöglichen.

Referent*in: Erkan Binici (M.A.)

In diesem Workshop werden wir aktuelle Fälle sowie allgemeine Facetten und Funktionsweisen von Antisemitismus im Sport thematisieren. Was können Vereine und Verbände dagegen tun? MAKKABI Deutschland e.V., als jüdischer Turn-und Sportverband, gibt Einblicke in das Problemfeld und stellt anhand seines Modellprojekts "Zusammen1- Für das, was uns verbindet" Lösungsansätze aus der Praxis vor. Dabei spielen vor allem demokratische Werte im Fußball eine bedeutende Rolle.

Referent*innen: Kenan Dogan (Bildungsreferent Zusammen1 / MAKKABI Deutschland) und Luis Engelhardt (Projektleiter Zusammen1 / MAKKABI Deutschland)

Welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für die Umsetzung von integrativen Projekten? Wie funktioniert Crowdfunding? Welche versicherungsrechtlichen Aspekte muss ich bei Nicht-Mitgliedern berücksichtigen? Muss jeder Teilnehmende Mitglied in meinem Verein werden? Mit diesen und weiteren Fragestellungen werden wir uns in diesem Workshop befassen.

Referent*innen: Deborah Gühne und Andy Biesinger (WLSB)

Was bedeutet „Interkulturelle Öffnung“ (in Abgrenzung z.B. zu „Integration“)? Wie finden interessierte Frauen mit Migrationserfahrung einen Sportverein, in dem sie im Ehrenamt tätig werden können? Wie finden Sportvereine interessierte Frauen für ein Ehrenamt? Welche Chancen und Möglichkeiten bieten sich eröffnen sich den (künftigen) Ehrenamtlerinnen und den Sportvereinen für die Zusammenarbeit? Und mit welchen möglichen Barrieren und Herausforderungen sind künftige Ehrenamtlerinnen und Vereine dabei möglicherweise konfrontiert?

Ziele des Workshops sind: Erfahrungsaustausch und konkrete Anregungen für die Praxis

Referent*in: Laura Verweyen (M.A., Frauensportverein Münster e.V., Projekt „Integration of Women in Sports“)

Welche Bedeutung haben Kommunikation und Interaktion bei Sportangeboten, die Frauen mit Migrationserfahrung einbinden möchten? Dabei geht es sowohl um das Themenfeld „Sport und Sprache“ als auch um die verschiedenen Kommunikationsformen und wie diese in mehrsprachigen Gruppen bewusst eingesetzt werden können, um die Interaktion, das Gruppengefühl und gegenseitiges Vertrauen und Kennenlernen zu fördern.
Ziel des Workshops sind: Erfahrungsaustausch und konkrete Anregungen für die Praxis

Referent*in: Laura Verweyen (M.A., Frauensportverein Münster e.V., Projekt „Integration of Women in Sports“)

Cricket ist, nach Fußball, die weltweit beliebteste Sportart. In Deutschland noch weitestgehend unbekannt, erlebt Cricket seit einigen Jahren einen enormen Boom. Dies birgt für Sportvereine ein wahnsinnig großes Entwicklungspotential. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam die Sportart Cricket näher kennenlernen: Welches Material benötige ich? Welche Regeln gelten? Wie sieht die richtige Technik aus? Darüber hinaus berichtet der TV Pflugfelden von seinen Erfahrungen in der Gründung einer Cricketabteilung und welche positiven Aspekte sich daraus für den Verein entwickelt haben.

Referenten: TV Pflugfelden, Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“

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