Fachtag
Interpersonelle Gewalt im Sport

25. September 2026 | SpOrt Stuttgart

Sport sicher gestalten – gemeinsam Verantwortung übernehmen

Interpersonelle Gewalt im Sport ist ein sensibles und zugleich hochrelevantes Thema, das Vereine und Verbände vor große Herausforderungen stellt. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um sexualisierte Gewalt: Auch psychische, physische und digitale Gewalt können im Sport auftreten und das sportliche Miteinander sowie die persönliche Entwicklung der Sportler*innen beeinträchtigen. Ein sicheres, respektvolles und wertschätzendes Umfeld ist daher die Grundlage für positive Sporterfahrungen – insbesondere für Kinder und Jugendliche. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht es klare Strukturen, fundiertes Wissen, wirksame Prävention und einen offenen Dialog. 

Die Württembergische Sportjugend lädt daher zum Fachtag „Interpersonelle Gewalt im Sport“ am 25. September 2026 ins SpOrt Stuttgart ein. Die Veranstaltung richtet sich an Vereinsvertreter*innen, Trainer*innen, Übungsleiter*innen, haupt- und ehrenamtlich Engagierte sowie alle Interessierten, die sich aktiv für ein sicheres Sportumfeld einsetzen möchten. Sie erhalten die Möglichkeit, sich umfassend über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten zu informieren. 

Ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops bietet neue Impulse für die Präventionsarbeit und den Umgang mit interpersoneller Gewalt. Im Mittelpunkt steht dabei, Handlungssicherheit zu stärken, Risiken frühzeitig zu erkennen und konkrete Strategien für den Vereinsalltag zu entwickeln. Gleichzeitig schafft der Fachtag Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. 

Wir freuen uns auf den ersten Fachtag der Württembergischen Sportjugend zu diesem wichtigen Thema und darauf, gemeinsam etwas zu bewegen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Die Anmeldegebühr für alle Teilnehmenden liegt bei 50 € pro Person.

Hinweis: Für dieses Seminar kann Bildungszeit im Rahmen des Bildungszeitgesetzes Baden-Württemberg anerkannt werden. Nähere Infos finden Sie hier.

Lizenzhinweis: 6 Lerneinheiten für Jugendleiter*in-Lizenz, Jugendleiter*in-Card (Juleica), Vereinsmanager*in-Lizenz, Übungsleiter*in-Lizenz C. Die Anerkennung anderer Lizenzprofile bitte mit dem zuständigen Fachverband klären. 

Programm

09:30 - 10:15 Uhr Ankommen und Begrüßung

Referentin: Lara Oberthür

11:00 - 11:30 Uhr Pause/Networking

WS 1: Respekt auch online – digitale Gewalt im Sport verstehen und gemeinsam vorbeugen
WS 2: Vom Verdacht zum Verfahren – was Vereine im Ernstfall wissen sollten
WS 3: Schutzkonzepte leben statt abheften – Umsetzung, Stolpersteine und Erfolgsfaktoren
WS 4: Grenzen wahren im Sport – Nähe und Distanz balancieren
WS 5: Sicher handeln im Gespräch – wie Vereine Betroffene sexualisierter Gewalt sensibel begleiten können
WS 6: Mitreden, Mitgestalten, Mitbestimmen: Beteiligung als Schlüssel zur Gewaltprävention im Sportverein

13:00 - 14:00 Uhr Mittagspause

WS 1: Respekt auch online – digitale Gewalt im Sport verstehen und gemeinsam vorbeugen
WS 2: Vom Verdacht zum Verfahren – was Vereine im Ernstfall wissen sollten
WS 3: Schutzkonzepte leben statt abheften – Umsetzung, Stolpersteine und Erfolgsfaktoren
WS 4: Grenzen wahren im Sport – Nähe und Distanz balancieren
WS 5: Sicher handeln im Gespräch – wie Vereine Betroffene sexualisierter Gewalt sensibel begleiten können
WS 6: Mitreden, Mitgestalten, Mitbestimmen: Beteiligung als Schlüssel zur Gewaltprävention im Sportverein

15:30 - 16:00 Uhr Kaffepause
16:00 - 16:45 Uhr Gemeinsame Abschlussrunde
16:45 - 17:00 Uhr Verabschiedung & Ausblick

Workshops

Digitale Kommunikation gehört zum Sportalltag, etwa in Teamchats oder sozialen Netzwerken. Gleichzeitig können hier neue Formen von Grenzverletzungen entstehen. Doch wo begegnet uns digitale Gewalt und wie können wir damit umgehen?

Der Workshop gibt einen Einblick in Erscheinungsformen digitaler Gewalt und zeigt praxisnahe Möglichkeiten der Prävention auf. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten für einen respektvollen Umgang im digitalen Raum zu vermitteln.

Referentin: Saskia Nakari

Kommt es im Sport zu einem strafrechtlich relevanten Vorfall, entstehen für Vereine häufig viele Fragen und Unsicherheiten. Was passiert nach einer Anzeige? Wie laufen Ermittlungsverfahren ab und welche Rolle haben Verein, Polizei und weitere Beteiligte?

Der Workshop gibt einen praxisnahen Einblick in typische Abläufe strafrechtlicher Verfahren und beleuchtet Erwartungen von Polizei und Rechtssystem an Vereine und verantwortliche Personen. Zudem wird aufgezeigt, welches Verhalten im Verein hilfreich ist und worauf im Umgang mit solchen Situationen besonders geachtet werden sollte.

Referent: Uwe Belz

Schutzkonzepte im Sport sind inzwischen vielerorts vorhanden. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: Wie wird aus einem Dokument gelebte Praxis? Was braucht es, damit Schutz im Trainingsalltag, bei Fahrten und in der Vereinskultur tatsächlich ankommt?
Dieser Workshop nimmt die Umsetzung in den Blick – praxisnah und direkt am Vereinskontext. Typische Stolpersteine werden benannt, Erfolgsfaktoren herausgearbeitet und gemeinsam geschaut, was es konkret braucht, um Schutz dauerhaft zu verankern.

Referentin: Mandy Owczarzak

In diesem Workshop geht es um den sensiblen Umgang mit körperlicher und emotionaler Nähe im Sport. Teilnehmer*innen lernen, Präventionsstrategien gegen Übergriffe anzuwenden, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und Grenzen respektvoll zu wahren.

Referentin: Christiane Muth

Wenn sich Betroffene mit belastenden Erfahrungen an Verantwortliche im Verein wenden, entstehen oft Unsicherheiten. In diesem praxisorientierten Workshop, geleitet von der Fachberatungsstelle "Safe Sport", erhalten die Teilnehmenden Impulse für eine sensible Gesprächsführung und mehr Handlungssicherheit im Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sport. Anhand praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wie Gespräche unterstützend geführt werden können, wie auf Vorfallschilderungen angemessen reagiert wird und wie externe Fach- und Beratungsstellen einbezogen werden können. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit sensiblen Gesprächssituationen zu stärken und Orientierung für den Vereinsalltag zu geben.

Referentin: Ina Lambert

Beteiligung und Offenheit für die Anregungen und Rückmeldungen von Kindern und Jugendlichen im Vereinsleben sind ein wichtiger Teil der Präventionsarbeit. Im Workshop werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Beteiligung im Vereinsalltag gelingen kann, wo Hürden auftreten können, und welche Grenzen beachtet werden sollten.

Referent*innen: Württembergische Sportjugend (WSJ)