Trainersymposium

 

15. September 2018 | Landessportschule Albstadt

 

 

Trainersymposium

 

Trainer zu sein ist viel mehr als ein- oder mehrmals die Woche in der Halle oder auf dem Sportplatz Anweisungen zu geben. Er oder sie ist Motivator, Organisator und Vorbild zugleich und muss sich vielfältigen Herausforderungen stellen: Wie gelingt gute Talentförderung? Wie der Übergang vom Spitzensportler zum Spitzentrainer? Und was braucht ein guter Trainer überhaupt?

Im Zuge der Eröffnung einer neuen Dreifeld-Sporthalle an der Landessportschule Albstadt werden diese und viele weitere Fragen am Samstag, 15. September, beim "Trainersymposium" des WLSB beantwortet. Ehren- und hauptamtliche Trainer und Übungsleiter aus den Sportvereinen und Fachverbänden sind eingeladen, Fachvorträge zu Selbstverständnis, Ausbildung und zu Tätigkeiten von Trainern zu hören.

 

Vorträge von Experten aus Wissenschaft und Profisport

Nach der Begrüßung und Einweihungsfeier wird es beim Trainersymposium vier Vorträge namhafter Personen aus der Wissenschaft und dem Profisport geben. Als erstes wird Prof. Dr. Oliver Höner, Sportwissenschaftler an der Universität Tübingen, über Möglichkeiten der Talentsichtung und -förderung referieren. Im zweiten Vortrag am Vormittag von Jörg Roßkopf, ehemaliger Tischtennis-Profi und aktuell Bundestrainer der Tischtennis-Herren, wird es um den Übergang vom Spitzensportler zum Spitzentrainer gehen. Nach der Mittagspause folgt ein Input von Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport beim DOSB. An zweiter Stelle spricht Axel Kromer, Vorstand Sport des DHB, darüber, was ein guter Trainer braucht.

 

Lizenzverlängerung

Für die Teilnahme an der Gesamt-Veranstaltung können 5 Lerneinheiten (LE) zur Lizenzverlängerung für "ÜL C Breitensport" angerechnet werden. Die Anerkennung anderer Lizenzprofile klären Sie bitte mit dem zuständigen Fachverband.

 

Teilnahmegebür und Anmeldefrist

Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro (inkl. Verpflegung). Anmeldeschluss ist der 9. September 2018.

Vorträge

 

Angesichts der zunehmenden Leistungsdichte im Spitzensport sind Sportverbände und -vereine darauf angewiesen, das Leistungspotenzial talentierter Nachwuchssportler langfristig zu entwickeln, um auch zukünftig konkurrenzfähig bleiben zu können. Die vorhandenen Ressourcen zur Förderung solcher Talente sind jedoch limitiert. Somit bleibt die Selektion der vielversprechendsten Talente eine unabdingbare Aufgabe der Sportpraxis. Damit die Talentselektion nicht ausschließlich auf subjektiven Trainerurteilen (z. B. im Sportspiel) oder auf der Beurteilung von Wettkampfleistungen (z. B. in Individualsportarten) beruhen muss, benötigt die Sportpraxis von einer anwendungsorientierten Talentforschung unterstützende Hinweise zur Talentprognose. Allerdings mangelt es bisher an empirischer Evidenz für prognostische Merkmale, auf Basis derer eine Talentselektion zu rechtfertigen wäre.

Vor diesem Hintergrund werden in dem Vortrag Daten aus der sportwissenschaftlichen Begleitung des DFB-Talentförderprogramms berichtet. Diese liefern wissenschaftlich fundierte Belege für die mehrjährige Prognoserelevanz motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten, psychologischer Persönlichkeitsdispositionen sowie perzeptuell-kognitiver Leistungsfaktoren. Zugleich bieten die Erkenntnisse Anlass zur Diskussion möglicher Potenziale, aber auch Grenzen einer Diagnostik sowie der darauf aufbauenden Förderung von Talenten im Sport.

Referent: Prof. Dr. Oliver Höner, Uni Tübingen

Herr Roßkopf, wie schätzen Sie die Rolle von Trainern ein?

"Allgemein sollten Trainer mehr Anerkennung für ihre anspruchsvolle, intensive Arbeit bekommen und mehr belohnt werden. Meiner Meinung nach müssten sie als Teil eines Teams auf dem Siegerpodest stehen dürfen und Medaillen bekommen. Schließlich sind sie es, die eine Leistung mit aufbauen und ihre Schützlinge jahrelang mit viel Leidenschaft und Motivation vorantreiben."

Was schlagen Sie vor und wie setzen Sie sich für das Thema ein?

"Insgesamt muss sich der deutsche Sport mehr für seine Trainer einsetzen. Beispielsweise könnte man Trainer zu den German Open einladen. Das wäre eine Belohnung für ihren Einsatz und gleichzeitig können sie beobachten, was auf dem Niveau gespielt wird. Ich persönlich setze mich ein, wo es geht. Zum Beispiel hängt im Eingangsbereich des DTTB ein Bild, auf dem das ganze DTTB-Team auf dem Podium steht. Neben den Spielern gehört der Arzt, der Physiotherapeut, der Assistenz-Trainer, d. h. alle Team-Betreuer dazu!"

Das Trainer-Thema bringt Sie in Wallung – warum?

"In meiner Karriere hatte ich sehr gute Trainer, denen ich dankbar bin und deren Einsatz ich schätze. Wenn wir es aber nicht schaffen, den Trainerberuf in jeder Hinsicht aufzuwerten, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es keine Übungsleiter oder C-Trainer mehr gibt. Gerade diese Personen garantieren eine solide Ausbildung und kümmern sich um junge Sportler."

Sprechen Sie für Tischtennis oder für alle Sportarten?

"Es geht mir um das TT in Deutschland, aber tatsächlich gilt meine Kritik für alle Sportarten, denn überall gibt es Verbesserungspotenzial – und -bedarf! Da müsste der DOSB noch mehr dran arbeiten, die Trainerposition muss noch wichtiger werden. Wir sollten die Erfahrung von ehemaligen Top-Sportlern in die Entwicklung des Nachwuchses einbringen.  Das Know-How von Experten wie z. B. Georg Hackl ist doch unbezahlbar. In anderen Ländern machen sie uns das vor, da werden mehr Ex-Sportler für die nächste Generation von Sportlern eingesetzt, z. B. in China im Tischtennis."

Referent: Jörg Roßkopf, Bundestrainer Herren DTTB

Weitere Informationen folgen.

Referent: Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor DOSB

Jede Station meiner sportlichen Laufbahn hat es mir vor Augen geführt: Ob als Nachwuchsspieler oder als Bundesligaspieler, ob als Vereinstrainer, als Landestrainer des Württembergischen Handballverbandes, oder als Co-Trainer der Deutschen Handballnationalmannschaft, das Wirken des Trainers ist essentiell für die sportliche Leistung der Sportler bzw. Spieler. Sei es die langfristige Bindung an den Sport oder gar die gewählte Sportart, die langfristige Entwicklung der Leistungsfähigkeit oder – wie beim Gewinn der Titel bei den Handball-Europameisterschaften der U20 und der Herren – die Entfaltung der vorhandenen Potentiale, die Rolle des Trainers ist nie dieselbe, aber immer immens wichtig.

"Schon der D-Jugendtrainer im kleinen Handballverein, kann den Weltmeister von übermorgen verhindern" – provokant aber sicher richtig. Wenn die Deutsche Handballnationalmannschaft Europameister wird, dann haben diesen Titel viele Trainer aus Breite und Spitze zusammen gewonnen. Nicht weil sich jeder Handballer ohnehin als den besseren Bundestrainer sieht, sondern weil leistungssportliche Karrieren durch tausende von Stunden Arbeit in halbdunklen Hallen, nach Feierabend, auf Kosten von Familienleben und Urlaub und bei viel zu geringer monetären Wertschätzung vorbereitet werden. Im Scheinwerferlicht stehen nur wenige Sportler und noch weniger Trainer. Ohne qualitativ und umfänglich hochwertige Arbeit von Trainern in der Breite und im Nachwuchs, wird in diesem Licht niemand mehr stehen. Für zukünftige Erfolge im Spitzensport muss die Qualität der Trainerausbildung auf allen Ebenen gesichert, entwickelt und verbessert werden.

Trainingswissenschaftliches, didaktisches und pädagogisches Wissen muss ebenso wie moderne sportartspezifische Erkenntnisse in der Entwicklung von Technik, Taktik und Athletik praxisorientiert vermittelt werden und – und das ist das wichtigste – Appetit bei Ausbildungsteilnehmern auf individuelle und organisierte Weiterbildung wecken.

Referent: Axel Kromer, Sportdirektor DHB

Die Referenten des Trainersymposiums

Programm

ab 08:15 Uhr:                 Anreise und Anmeldung
WLSB-Präsident Andreas Felchle
10:00 – 10:15 Uhr:         Pause
Prof. Dr. Oliver Höner (Uni Tübingen)
Jörg Roßkopf (Bundestrainer DTTB Herren)
12:15 – 13:15 Uhr:         Mittagspause – Präsention Galneoscreens
Dirk Schimmelpfennig (Sportdirektor DOSB)
Axel Kromer (Sportdirektor DHB)
15:15 – 15:30 Uhr:         Fazit und Verabschiedung
„Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen.“
Bitte bestätigen Sie, dass Sie mit der Verwendung einverstanden sind.
Weitere Informationen Ok