Sportmedizinisches Seminar

 

10. November 2018 | SpOrt Stuttgart

 

42. Sportmedizinisches Seminar

Sport & Gehirn – Bewegung fängt im Kopf an

Unser Körper ist ständig in Bewegung – für uns ist das selbstverständlich. Doch hinter allen Tätigkeiten, die wir so scheinbar mühelos absolvieren, steckt ein perfektes Zusammenspiel des zentralen Nervensystems und der Muskulatur. Da viele Bewegungen unbewusst ablaufen oder im Laufe der Jahre automatisiert wurden, machen wir uns über die Prozesse, die dahinterstecken, nur wenige Gedanken. So müssen die wenigsten Menschen beim Atmen, Gehen, Schwimmen oder Radfahren darüber nachdenken, wie das eigentlich funktioniert. Andere Bewegungsabläufe sind allerdings so komplex, dass wir uns voll darauf konzentrieren müssen oder uns die Ausführung ohne Training erst gar nicht gelingt: Etwa beim Jonglieren von Bällen, beim Schlagen eines Rads oder beim Balancieren auf einer Slackline.

Warum ist das so und was passiert während einfacher und komplexer Bewegungen eigentlich in unserem Gehirn? Weshalb können wir Bewegungsmuster, die wir jahrelang trainiert haben, manchmal nicht fehlerfrei abrufen, wenn es darauf ankommt? Wie kann uns das mentale Vorstellen eines Bewegungsablaufes dabei helfen, Lernprozesse sportlicher Bewegungen zu verbessern? Und was passiert, wenn das Gehirn mal nicht mehr so funktioniert? Diese und weitere Fragen werden beim 42. Sportmedizinischen Seminar, bei dem das Thema „Sport & Gehirn“ im Fokus steht, gemeinsam mit Experten aus den Bereichen Sportmotorik, -psychologie und -neurologie näher betrachtet.

 

Fachvorträge am Vormittag, Workshops am Nachmittag

Am Vormittag der Veranstaltung werden nach der Begrüßung durch WLSB-Vizepräsidentin Christine Vollmer in drei Fachvorträgen die Effekte im Gehirn bei Bewegung, sportpsychologische Trainingstechniken sowie die Wirkung von Sport und Bewegung bei neurologischen Erkrankungen thematisiert.

Am Nachmittag finden verschiedene praktische Workshops statt. Hier erhalten Übungsleiter, Trainer, Ärzte und Sportinteressierte wertvolle Impulse und neue Anregungen: Wie bekommt man beim Sport den Kopf frei? Und wie gelingt es, durch Training neue Verknüpfungen im Gehirn zu bilden? Jeder Teilnehmer kann bei der Anmeldung zwei Workshops, die er besuchen möchte, auswählen.

 
Lizenzverlängerung

Für die Teilnahme an der Gesamt-Veranstaltung können 6 Lerneinheiten (LE) zur Lizenzverlängerung für ÜL C Breitensport, ÜL B "Sport in der Prävention" und ÜL B "Sport in der Krebsnachsorge" angerechnet werden. Die Anerkennung anderer Lizenzprofile klären Sie bitte mit dem zuständigen Fachverband. Ärzte erhalten für die Teilnahme CME-Punkte der Landesärztekammer.

 

Teilnahmegebühr und Anmeldefrist

Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro für Übungsleiter und Trainer sowie 50 Euro für Ärzte (jeweils inkl. Getränk). Das Mittagessen, bereitgestellt von unserem Cateringpartner braun. Sport GmbH, kann bei der Anmeldung (gegen Gebühr) dazugebucht werden.

Anmeldeschluss ist der 27. Oktober 2018.

 

Weitere Hinweise

Für die Praxisworkshops empfehlen wir entsprechende Sportbekleidung. Umkleide- und Duschmöglichkeiten sind vorhanden.

Wir versuchen, allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Sollten Sie Unterstützungsbedarf benötigen, geben Sie dies bitte bei der Anmeldung an. Falls Sie unsicher sind, ob eine Teilnahme für Sie möglich ist, sprechen Sie uns einfach an und wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

 

 

Praxisworkshops

 

Das Sportmedizinische Seminar bietet acht Workshops, von denen jeder Teilnehmer zwei belegen kann.

 
Kinder, die über eine gute Selbstregulationsfähigkeit verfügen, können ihre Aufmerksamkeit, ihr Verhalten und ihre Emotionen leichter steuern. Die Selbstregulation beruht auf gut ausgebildeten exekutiven Funktionen. Diese wichtigen Stirnhirnfunktionen sind bei Kindern noch nicht voll entwickelt, sie können aber körperlich und kognitiv trainiert werden. Der Workshop PFiFF zeigt auf, wie die Selbstregulation bei Kindern spielerisch durch Bewegung, Spiel und Sport gezielt gefördert wird.

Referentin: Sophia Zimpfer, Spiel und Sport plus e.V.

Es bewegt sich was. Neue Reize – neue Vernetzungen. Um die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten des Jonglierens zu verstehen, muss man sie am eigenen Körper erfahren. Ausprobieren, Fehler zulassen und Fehler machen, aus Misserfolgen lernen, Durchhaltevermögen zeigen und sich immer wieder bücken, gehören dazu. Durch regelmäßiges Versuchen bilden sich dann ganz allmählich neue Verbindungen und Verknüpfungen zwischen zahlreichen Gehirnarealen. Jonglieren fängt nicht mit drei Bällen an. Schon mit einem Ball kann man viele Übungen alleine, mit Partner oder in einer Gruppe ausführen, die Spaß machen und viele wertvolle Impulse an unser Gehirn geben, die zur Entwicklung und Verknüpfung verschiedener Bereiche förderlich sind. Im Workshop steht die Selbsterfahrung bei praktischen Übungen mit Jonglierbällen im Vordergrund. Bitte bequeme Kleidung anziehen.

Referent: Reinhard Giese, Sprachheilzentrum Calw, Zirkusprojekt SH Zelli

HEADFIT ist ein aus dem Leistungssport entstandenes Training des Gehirns durch Sport. Das aktive Training des gesamten Körpers steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns durch den gezielten Einsatz von kognitiven Aufgaben während koordinativer Übungen. Ziel ist vor allem die Verbesserung der Handlungsschnelligkeit und Konzentration sowie die Ökonomisierung der Bewegungsabläufe. Im Workshop werden verschiedene Übungsformen des Trainings erläutert und anschließend in der Praxis umgesetzt.

Referentin: Tina Böhle, Sportwissenschaftlerin B.A., SchwabenSport Management GmbH

Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft sind durch Gedächtnisprobleme, Orientierungsstörungen oder Demenz mehr oder weniger beeinträchtigt. In diesem Workshop zeigen wir auf, dass dies keine Hinderungsgründe sind, um an einem Bewegungsprogramm teilzunehmen. Es wird ein aus der Praxiserfahrung sinnvoller Stundenaufbau mit Übungen zur Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Balance vermittelt. Dabei sollen Spaß und Freude im Vordergrund stehen.

Referentin: Katrin Rauscher, TV Nellingen

"Fühle ich mich in der Lage, am entscheidenden Wettkampftag meine Leistung abzurufen?" Die Antwort auf diese Frage zielt auf das Vertrauen eines Athleten bzw. einer Athletin in die eigenen Fähigkeiten ab. Neben der sportlichen Vorbereitung auf den Wettkampf ist dieses Vertrauen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Im Rahmen dieses Workshops erhalten die Teilnehmer praxisnahe Einblicke in verschiedene Möglichkeiten, die zur Stärkung der Fähigkeiten eingesetzt werden können. Dazu zählen unter anderem das Prognosetraining und das Vorstellungstraining. Die Anwendung ist sowohl im Leistungssport als auch Breitensport mit Wettkampforientierung sinnvoll.

Referent: Dr. Thorsten Leber, Sportpsychologe beim Nachwuchsleistungszentrums des VfB Stuttgart, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Tübingen

In allen Sportarten lässt sich bis in die Weltspitze beobachten, dass gleiche Anforderungssituationen motorisch individuell gelöst werden. "Die Idealtechnik" ist dabei nicht erkennbar. Der ActionTypes-Ansatz hat das Ziel, diese individuellen Lösungen auf der Basis neuerer Erkenntnisse aus der Gehirn- und der Motorikforschung zu erklären. Auf den Prinzipien Einzigartigkeit, Vielfalt und der natürlichen Bewegung aufbauend ist ATA in der Lage, individuelle Bewegungs- und Handlungsbedürfnisse verständlich zu machen. Im Praxis-Workshop bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit individuelle motorische Grundbedürfnisse kennenzulernen und über ATA unterscheiden zu können.

Referent: Rainer Diehl, ActionTypes Deutschland

Bei diesem Workshop vermittelt ein erfahrener Yogalehrer die zugrundeliegenden Prinzipien von der ganzheitlichen Arbeit an Körper, Seele und Geist. Konkret wird erklärt und praktisch geübt, wie über körperliche Übungen (Asanas) und einhergehenden Atemtechniken (Pranayama) ein Zugang zum Bewusstsein gefunden werden kann. Über die anschließende Tiefenentspannung wird der Geist beruhigt und auf die abschließenden Fokussierungs- und Achtsamkeitsübungen vorbereitet. Eine aktive Meditationsübung trainiert die Koordination und Konzentration –und macht Spaß. Yogaerfahrung ist nicht notwendig!

Referent: Jürgen Laske, Kundalini-Yogalehrer

Capoeira – eine der reichsten und schönsten Kulturkünste Brasiliens – ist ein Kampftanz, bei dem Freiheit und Lebensfreude zum Ausdruck kommen und ein interkultureller Austausch ermöglicht wird. Gleichzeitig werden physische, mentale und spirituelle Stärke ausgebildet. Capoeira zu trainieren und auszuüben, führt zu einem ganz neuen Bewegungs- und Körpergefühl. Langfristig verbessern sich Koordinationsfähigkeit, Reflexe, Balance, Kraft und Beweglichkeit. In dem Praxis-Workshop greifen wir spezielle Capoeiraübungen und -bewegungen auf, die vor allem die motorische Koordination fördern und beide Gehirnhälften aktivieren.

Referenten: Manuela Langhammer da Silva & Estácio Ferreira da Silva, ABADA Capoeira Stuttgart

Die Hauptredner des Sportmedizinischen Seminars

Programm

ab 8:30 Uhr:      Ankommen und Anmeldung
                         Christine Vollmer, WLSB-Vizepräsidentin Sportentwicklung
                         Prof. Dr. Martin Huonker, Landessportbundarzt und ärztlicher Direktor des Therapiezentrums Federsee
                         JProf. Dr. rer. nat. Thorsten Stein, Leiter des BioMotion Centers, Institut für Sport und Sportwissenschaft,
                         Karlsruher Institut für Technologie
                         Dr. Thorsten Leber, Sportpsychologe beim Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart,
                         wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Tübingen
11:20 Uhr:         Pause
                         Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger, Leiter des Sportmedizinischen Instituts der Universität Paderborn,
                         Facharzt für Neurologie
12:30 Uhr:         Mittagspause
                         Runde 1: 13:30 Uhr bis 14:30 Uhr
                         Runde 2: 14:45 Uhr bis 15:45 Uhr
ca 16:00 Uhr:     Ende der Veranstaltung

Mit freundlicher Unter-stützung der

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Veranstaltungspartner:

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